„Trauma und Beziehungen“ von Verena König – 8 Gründe, warum du es lesen solltest

Eine Buchempfehlung aus Sicht der EFT-Paartherapie

Warum verletzen wir ausgerechnet die Menschen, die wir am meisten lieben? Warum ziehen wir uns zurück, obwohl wir uns nach Nähe sehnen? Und warum wiederholen sich in Beziehungen manchmal schmerzhafte Erfahrungen aus unserer Kindheit?

Verena König bringt in ihrem Buch „Trauma und Beziehungen – Wie wir die immergleichen Bindungsmuster hinter uns lassen“ vieles, was wir über Bindung, Bindungstrauma, Liebe und Heilung wissen, wunderbar verständlich auf den Punkt.

Acht Gründe, warum wir dieses Buch gerne empfehlen:

  1. Weil wir einander brauchen. König erinnert uns daran, dass Bindung kein Luxus, sondern ein existenzielles menschliches Bedürfnis ist. Wir sind nicht dafür gemacht, alles allein zu bewältigen.
  2. Weil unsere Schutzstrategien plötzlich Sinn ergeben. Rückzug, Wut, Anpassung oder übermäßiges Klammern sind häufig keine Charakterschwächen, sondern einst kluge Überlebensstrategien.
  3. Weil unser Nervensystem immer mitredet. König macht verständlich, warum wir manchmal ganz anders reagieren, als wir eigentlich möchten – besonders dann, wenn Nähe sich unbewusst bedrohlich anfühlt.
  4. Weil sich das Vertraute nicht unbedingt sicher anfühlen muss. Wir wiederholen manchmal alte Beziehungserfahrungen, gerade weil unser Nervensystem sie kennt. Selbst dann, wenn sie schmerzhaft sind.
  5. Weil negative Paarkreisläufe verständlich werden. Wenn beide versuchen, sich vor Verletzungen zu schützen, können ihre Schutzreaktionen einander verstärken. Am Ende fühlen sich beide allein.
  6. Weil sie den gemeinsamen Beziehungsraum sichtbar macht. Zwei Menschen bringen ihre Lebensgeschichten, Wunden und Ressourcen mit. Was sie miteinander daraus gestalten, ist ihre Beziehung.
  7. Weil Liebe allein nicht genügt. Entscheidend ist auch, ob wir einander Sicherheit vermitteln, füreinander erreichbar bleiben und nach Verletzungen wieder zueinanderfinden.
  8. Weil Heilung durch neue Erfahrungen möglich wird. König zeigt, wie Koregulation, bewusste Beziehungsgestaltung und korrigierende Erfahrungen unsere alten Bindungsmuster verändern können.

Was wir aus der EFT-Perspektive besonders betonen möchten

Wenn Menschen sich verlieben, schenken sie einander oft etwas Existenzielles: „Du siehst mich. Ich bin dir wichtig. Bei dir darf ich sein, wie ich bin.“

Wir werden emotional wirklich satt.

Doch mit der Zeit können alte Bindungsdilemmata in die Beziehung hineinwirken. Wir brauchen Nähe und schützen uns gleichzeitig vor ihr. Aus Sehnsucht wird Protest, aus Überforderung Rückzug. Manchmal wirken wir äußerlich ruhig und funktionieren gut, während wir innerlich längst den Kontakt verloren haben.

Was einmal so nährend war, hinterlässt irgendwann nur noch Brotkrümel. Und beide hungern nach Verbindung.

Genau hier setzt die emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) an.

  • Nicht nur verstehen, warum ich mich schütze, sondern im Hier und Jetzt spüren, wie ich dadurch ungewollt die Nähe zwischen uns unterbreche.
  • Was passiert gerade in mir? Was löse ich damit in dir aus? Welcher verletzliche Teil von mir möchte eigentlich zu dir? Und können wir gemeinsam etwas Neues wagen?
  • Denn die heilsame Kraft der Liebe liegt nicht nur darin, dass wir einander verstehen. Sie liegt vor allem darin, dass wir uns mit unserer eigenen Verletzlichkeit verbinden, uns aus dieser Verbundenheit heraus einander zumuten und in dieser Begegnung miteinander neue emotionale Erfahrungen machen.
  • Wissen zeigt uns den Weg. Heilung geschieht, wenn wir im entscheidenden Moment etwas Neues miteinander erleben.

Verena Königs Buch ist dafür eine wunderbare Landkarte. Und vielleicht auch eine Einladung, gemeinsam loszugehen.

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